Ratgeber · Grevenbroich

Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Bevor Sie nach Objekten suchen, lohnt sich der umgekehrte Weg: erst das Budget bestimmen. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie aus Ihrem Haushaltseinkommen die tragbare Monatsrate ableiten – und daraus, welcher Finanzierungsrahmen für Sie realistisch ist. Für Grevenbroich und den Rhein-Kreis Neuss.

Lesezeit ca. 7 Min.Stand: Juni 2026von Sebastian Tasch

Kurz gesagt

Ihr Budget hängt nicht am Wunschpreis, sondern an der monatlich tragbaren Rate. Eine verbreitete Faustregel: Die Rate sollte etwa 35 % Ihres verfügbaren Netto-Haushaltseinkommens nicht überschreiten. Aus dieser Rate, dem Zinssatz und Ihrer Tilgung ergibt sich die mögliche Darlehenssumme; zusammen mit dem Eigenkapital und abzüglich der Kaufnebenkosten folgt daraus der Kaufpreis. Also: erst die Rate, dann der Kaufpreis – nie umgekehrt.

Die 35-Prozent-Faustregel

Der Ausgangspunkt jeder ehrlichen Budgetplanung ist eine einfache Haushaltsrechnung. Stellen Sie Ihrem Netto-Haushaltseinkommen die laufenden Ausgaben gegenüber:

PositionBeispielhafter Ansatz
Netto-Haushaltseinkommenalle regelmäßigen Nettoeinkünfte
− LebenshaltungEssen, Mobilität, Versicherungen, Freizeit
− Rücklagen & SparenNotgroschen, Altersvorsorge, Auto
= frei verfügbarSpielraum für die Finanzierung

Von diesem frei verfügbaren Betrag sollte die Kreditrate als Orientierung höchstens rund 35 % beanspruchen. Wichtig: Die 35 % sind eine Faustregel, kein fester Grenzwert. Ob für Sie 30 % oder 40 % das Richtige sind, hängt von Ihrer Lebenssituation ab – etwa davon, ob das Einkommen sicher ist, ob Kinder geplant sind und wie groß Ihr Notgroschen bereits ist. Ein persönlicher Puffer ist wichtiger als das letzte Prozent.

📍 Tipp für Grevenbroich

Rechnen Sie die Haushaltsrechnung mit echten Zahlen aus Ihren letzten Kontoauszügen durch, nicht mit Schätzungen. Erfahrungsgemäß sind die tatsächlichen Lebenshaltungskosten höher als gedacht – und genau diese Differenz entscheidet später, ob die Rate dauerhaft entspannt bleibt.

Von der Rate zur Darlehenssumme

Steht Ihre tragbare Rate fest, lässt sich daraus die mögliche Darlehenssumme ableiten. Bei einem Annuitätendarlehen – der üblichen Form der Baufinanzierung – setzt sich die Rate aus Zins und Tilgung zusammen und bleibt während der Zinsbindung konstant. Der Zusammenhang lautet:

FormelBedeutung
Rate = Darlehen × (Sollzins + anf. Tilgung) ÷ 12Monatsrate aus Zins- und Tilgungssatz

Diese Beziehung stellen Sie einfach um, um aus einer gewählten Rate die mögliche Darlehenssumme zu erhalten. Daraus folgt eine wichtige Logik: Je höher der Sollzins oder die anfängliche Tilgung, desto kleiner ist bei gleicher Rate die Summe, die Sie aufnehmen können. Eine höhere Tilgung kostet also zunächst Spielraum beim Kaufpreis – verkürzt aber die Laufzeit und senkt die Restschuld. Welche Kombination zu Ihnen passt, probieren Sie am besten mit dem Finanzierungsrechner durch.

Eigenkapital einplanen

Die Darlehenssumme ist nur ein Teil Ihres Budgets. Den möglichen Kaufpreis bestimmen Sie so:

RechnungErläuterung
Möglicher Kaufpreis = Darlehen + Eigenkapital − KaufnebenkostenEigenkapital erhöht das Budget, Nebenkosten reduzieren es

Die Kaufnebenkosten liegen in NRW bei rund 8 % ohne Makler (6,5 % Grunderwerbsteuer plus etwa 1,5 % für Notar und Grundbuch) und werden in der Regel aus Eigenkapital bezahlt. Sie stehen also nicht für den Kaufpreis selbst zur Verfügung. Wie viel Eigenkapital sinnvoll ist und wie es Ihre Konditionen beeinflusst, lesen Sie im Beitrag „Eigenkapital & Kaufnebenkosten".

Nicht vergessen: laufende Kosten & Puffer

Ein Eigenheim kostet mehr als die Kreditrate. Damit Ihr Budget realistisch bleibt, gehören diese Posten in die Rechnung:

  • Instandhaltungsrücklage: Dach, Heizung, Fassade – Rücklagen für später einplanen.
  • Energie und Heizung: abhängig von Größe und Energieeffizienz des Objekts.
  • Grundsteuer und Versicherungen: wiederkehrende Pflichtkosten.
  • Hausgeld: bei Eigentumswohnungen zusätzlich zur Rate.

Die Konsequenz: Nähen Sie die Rate nicht auf Kante. Wer den maximalen Betrag voll ausreizt, hat keinen Spielraum mehr, wenn das Auto kaputtgeht oder die Energiekosten steigen. Ein bewusst etwas niedriger gewähltes Budget mit Puffer ist auf Jahrzehnte gesehen meist die ruhigere Entscheidung.

Rechenbeispiel

Das folgende Beispiel zeigt nur das Vorgehen – die Zahlen sind frei gewählt und unverbindlich. Es handelt sich nicht um Konditionen oder Marktpreise für Grevenbroich, sondern allein um eine Veranschaulichung des Rechenwegs:

SchrittBeispielwert (unverbindlich)
Frei verfügbar pro Monat1.700 €
Tragbare Rate (≈ 35 %)≈ 600 €
Daraus mögliche Darlehenssummevom Rechner ermittelt
+ Eigenkapitalz. B. 60.000 €
− Kaufnebenkosten (rund 8 %)werden vom Eigenkapital abgezogen
= möglicher KaufpreisIhr Budget-Rahmen

Welche Darlehenssumme aus 600 € Rate tatsächlich wird, hängt von Zins und Tilgung ab. Genau dafür gibt es den Rechner – er übernimmt die Mathematik und zeigt Ihnen Rate, mögliche Summe und Restschuld in einem Durchgang.

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Typische Fehler

  1. Zu wenig Puffer: die Rate auf das Maximum gesetzt – jeder unerwartete Posten wird dann zum Problem.
  2. Kaufnebenkosten vergessen: die rund 8 % nicht mitgerechnet und das Eigenkapital damit doppelt verplant.
  3. Nur auf die Rate schauen: Eine niedrige Rate durch sehr geringe Tilgung fühlt sich günstig an, lässt aber eine hohe Restschuld stehen, die bei der Anschlussfinanzierung neu – und womöglich teurer – finanziert werden muss.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Erst die tragbare Monatsrate bestimmen, dann den Kaufpreis – nie umgekehrt.
  • Faustregel: Rate höchstens rund 35 % des frei verfügbaren Netto-Haushaltseinkommens.
  • Höherer Zins oder höhere Tilgung senken die mögliche Darlehenssumme.
  • Kaufpreis = Darlehen + Eigenkapital − Kaufnebenkosten (in NRW rund 8 %).
  • Laufende Kosten und einen Puffer einplanen – die Rate nicht auf Kante nähen.

Häufige Fragen zum Budget

Wie viel meines Einkommens darf die Rate ausmachen?

Eine verbreitete Faustregel: Die Rate sollte etwa 35 % Ihres verfügbaren Netto-Haushaltseinkommens nicht überschreiten – also dessen, was nach Lebenshaltung und Rücklagen übrig bleibt. Das ist ein Orientierungswert, kein fester Grenzwert; entscheidend ist ein persönlicher Puffer.

Wie komme ich von der Rate zur möglichen Darlehenssumme?

Beim Annuitätendarlehen gilt: Rate = Darlehen × (Sollzins + anfängliche Tilgung) ÷ 12. Stellt man das um, ergibt sich aus der Rate die mögliche Summe. Je höher Zins oder Tilgung, desto kleiner die Summe bei gleicher Rate. Den genauen Wert liefert der Finanzierungsrechner.

Gehört das Eigenkapital zum Budget für den Kaufpreis dazu?

Ja: möglicher Kaufpreis = Darlehen + Eigenkapital − Kaufnebenkosten. Die Nebenkosten (in NRW rund 8 % ohne Makler, davon 6,5 % Grunderwerbsteuer) werden in der Regel aus Eigenkapital bezahlt und stehen nicht für den Kaufpreis selbst zur Verfügung.

Welche laufenden Kosten muss ich neben der Rate einplanen?

Instandhaltungsrücklage, Energie und Heizung, Grundsteuer, Versicherungen und – bei Eigentumswohnungen – das Hausgeld. Diese Posten gehören in die Haushaltsrechnung, damit die Rate dauerhaft tragbar bleibt.

Was kostet eine erste Einschätzung zum Budget?

Das erste Gespräch zur Orientierung ist kostenlos und unverbindlich. Sie schildern mir Ihre Situation, ich melde mich persönlich zurück und wir ordnen Ihren realistischen Rahmen gemeinsam ein.